Sep21 |
Autsch… |
Schon etwas älter, dafür aber nicht minder gut: ;)
“Out of Erbach
Franz Josef Jung ist seit zwei Jahren Verteidigungsminister, aber das Amt scheint ihn zu überfordern. Er wirkt immer noch, als hätte er gerade erst begonnen. Von Markus Feldenkirchen
[...]
Es habe am Anfang seiner Ministerzeit viele Gemeinheiten gegeben, sagt Jung. Am meisten geärgert hat ihn der Hinweis, er sei zu provinziell für die Bundespolitik. “Ich war doch kein Newcomer, der ein bisschen im Weinberg rumgestolpert ist”, sagt Jung wütend. Er habe doch viel mehr geleistet, Jurastudium, Notar, Chef der Staatskanzlei, Fraktionschef im Landtag.
Andererseits war Jung lange weinbaupolitischer Fachmann der CDU-Fraktion in Wiesbaden. Er muss das wirklich sehr gut gemacht haben, es gibt keine Klagen aus jener Zeit. Im Rheingau erinnert man sich noch heute gern an seinen energischen Kampf gegen die Reblaus.
[...]Im Hafenbecken von Akkaba in Jordanien ankert die Fregatte “Augsburg”, die im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes die Meere patrouilliert. Jung steht am Heck des Schiffes vor einem Mikrofonständer, er will jetzt sagen, dass die Soldaten gute Arbeit unter schwierigen Bedingungen leisten. “Wir haben gerade noch mal darüber gesprochen, über die Größe des Seegebietes, wo Sie Ihren Auftrag erfüllen. Ich denke, dies ist schon eine enorme Dimension, auch von der eigentlichen Fläche her.”
Es soll gefeiert werden an Bord, neben dem Rednerpult steht eine Biertheke. Es ist eine gute Gelegenheit, um die Mannschaft zu motivieren. Aber Jung redet zu langsam, er verzichtet auf jede Betonung, auf jede persönliche Ansprache. Nach sechs Minuten hat er es geschafft. “In diesem Sinne wünsche ich uns einen gemeinsamen schönen Abend, gude Gespräche und viel Erfolg für Ihren weiteren Beitrag für friedsche Entwicklung und Stabilität in der Region und darüber hinaus.”
Um einen Stehtisch stehen vier junge Soldaten und schauen sich fragend an, der Vortrag hat sie ratlos zurückgelassen. “Seht es mal so”, sagt einer. “Ohne Minister kein Freibier.” Er geht zur Theke.”



So auch letzten Mittwoch in der ARD: Argumentiert Peer Steinbrück also faktisch korrekt wie gut die Agenda 2010 aus arbeitsmarktpolitischer Sicht eigentlich war, kontert Gysy natürlich, dass auch “ohne die Reformen 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden wären und damit deutlich mehr als die derzeitigen 600.000″. Die Zuschauer nicken, Steinbrück steht als Depp der Nation da. Scheint plausibel, klingt logisch. Böse Agenda, böser Steinbrück. Ein paar Minuten später: Steinbrück argumentiert dass es um die Steuerlast in Deutschland im europäischen Vergleich doch gar nicht so schlecht bestellt ist und dass es doch eigentlich keinen Grund zur Klage gäbe. Gysi: Die neokonservative Politik der “Bonzen” hätte lediglich zur Folge, dass Deutschland laut OECD die niedrigste Steuer- und Abgabenquote innerhalb Europas hat. Die Leute nicken wieder. Stimmt schon. Recht hat er. Schlecht für Deutschland. Prost.

