Artikel-Auswahl

Posted by Stefan at 12:44 pm
Categories: China, Deutschland, Role Models

“Opa Wen und das Mädchen”
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,572755,00.html

Dazu auch das entsprechende Video auf YouTube (leider nur auf Mandarin)http://www.youtube.com/watch?v=nsAWAbWk8yk

Filmkritik zum sehr guten (und witzigen) Film “Juno”:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,542389,00.html

“Wenn das Ich sich auflöst” (Zeit Titelthema vom Juli 2008):
http://www.zeit.de/2008/30/Alzheimer

Wie Deutschland (hier am Beispiel der Abgeltungssteuer) mal wieder seine Vorliebe für Ausnahmeregelungen unter Beweis stellt:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,565726,00.html



Autsch…

Posted by Stefan at 4:09 pm
Categories: Deutschland, Politics and World Affairs, Uncategorized

Schon etwas älter, dafür aber nicht minder gut: ;)

http://wissen.spiegel.de/…

“Out of Erbach

Franz Josef Jung ist seit zwei Jahren Verteidigungsminister, aber das Amt scheint ihn zu überfordern. Er wirkt immer noch, als hätte er gerade erst begonnen. Von Markus Feldenkirchen

[...]

Es habe am Anfang seiner Ministerzeit viele Gemeinheiten gegeben, sagt Jung. Am meisten geärgert hat ihn der Hinweis, er sei zu provinziell für die Bundespolitik. “Ich war doch kein Newcomer, der ein bisschen im Weinberg rumgestolpert ist”, sagt Jung wütend. Er habe doch viel mehr geleistet, Jurastudium, Notar, Chef der Staatskanzlei, Fraktionschef im Landtag.

Andererseits war Jung lange weinbaupolitischer Fachmann der CDU-Fraktion in Wiesbaden. Er muss das wirklich sehr gut gemacht haben, es gibt keine Klagen aus jener Zeit. Im Rheingau erinnert man sich noch heute gern an seinen energischen Kampf gegen die Reblaus.
[...]

Im Hafenbecken von Akkaba in Jordanien ankert die Fregatte “Augsburg”, die im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes die Meere patrouilliert. Jung steht am Heck des Schiffes vor einem Mikrofonständer, er will jetzt sagen, dass die Soldaten gute Arbeit unter schwierigen Bedingungen leisten. “Wir haben gerade noch mal darüber gesprochen, über die Größe des Seegebietes, wo Sie Ihren Auftrag erfüllen. Ich denke, dies ist schon eine enorme Dimension, auch von der eigentlichen Fläche her.”

Es soll gefeiert werden an Bord, neben dem Rednerpult steht eine Biertheke. Es ist eine gute Gelegenheit, um die Mannschaft zu motivieren. Aber Jung redet zu langsam, er verzichtet auf jede Betonung, auf jede persönliche Ansprache. Nach sechs Minuten hat er es geschafft. “In diesem Sinne wünsche ich uns einen gemeinsamen schönen Abend, gude Gespräche und viel Erfolg für Ihren weiteren Beitrag für friedsche Entwicklung und Stabilität in der Region und darüber hinaus.”

Um einen Stehtisch stehen vier junge Soldaten und schauen sich fragend an, der Vortrag hat sie ratlos zurückgelassen. “Seht es mal so”, sagt einer. “Ohne Minister kein Freibier.” Er geht zur Theke.”



Gefühlte Armut

Posted by Stefan at 2:17 am
Categories: Angry Talk, Deutschland

Es gibt Dinge in Deutschland, die sind so unglaublich, dass sie einem echt die Socken ausziehen, so abstrus dass man eigentlich aus Mitleid nur noch wehleidig den Kopf schütteln kann. Und das beste: Es wundert, abgesehen von gefühlten 10%, eigentlich niemanden.

Worum geht’s? Diesmal um einen Artikel auf SPIEGEL Online einer namentlich nicht genannten deutschen Studentin. Jene Studentin, sie nennt sich “Julia”, glaubt der Menschheit mit ihrer anonymen Kampfschrift “Meine Armut kotzt mich an” einen Gefallen zu tun. Schon der Untertitel lässt Böses ahnen:

“Clubs, Shoppen, Sonntagsbrunch: Das Studentenleben kann so schön sein. Wenn das Geld reicht. Trotz zweier Jobs kann die Berliner Studentin Julia, 25, nicht mithalten. Ihr Kontostand sagt Njet – und bei Unterschichtenwitzen lacht sie nur gequält mit. Ein zorniger Zwischenruf.”

Kurzversion:
Julia erläutert ihre Ausgangslage, dass Sie Ihrer Mutter (Hartz-IV-Empfängerin) das Kindergeld spenden muss damit sie über die Runden kommt und dass ihr Vater, ausgebüchst und untergetaucht, ihr keinen Unterhalt zahlt. Der Leser nickt, “böser Vater, böser Staat”. So einfach ist die Welt. Dass die Autorin vor jenem Hintergrund nicht als Motivationstrainerin arbeiten sollte erscheint logisch. Aber jetzt kommt’s:

Im Prinzip stellt sie sich so dar als würde sie am Existenzminimum rumkrebsen, dass es ihr peinlich ist, zur Unterschicht zu gehören. Dass sie versucht ihr Leben zu verstecken. Existenzminimum? Unterschicht? “Moment mal”, denkt sich der verwirrte Leser, denn in gleichem Atemzug fallen auch folgende Dinge, die nicht so ganz ins Bild der Unterschicht passen.

  • Julia geht abends aus, ordert “locker wie gewohnt zwei Wodka-Kirsch”
  • Julia geht “bei Aldi und Netto einkaufen, viele Produkte von Plus und Lidl sind einfach zu teuer”
  • Die Einnahmen ihres Minijobs gehen für die 300 Euro Miete ihrer 32 Quadratmeter drauf
  • Ihre “Klamotten sind fast alle markenlos. Obwohl ich gern Adidas, Bench und Diesel bei mir im Schrank hängen hätte”
  • Julia würde viel lieber ihre “Neigungen ausleben” und sich “von dem ganzen Arbeits- und Sozialstress mal erholen, eine Woche Urlaub machen. Keine Billig-Pauschaltour, sondern vielleicht nach Skandinavien, Wellness, Sauna und so weiter. Ohne dabei auf den Preis schauen zu müssen.”
  • Beim Zahnarzt hat Julia fast 400 Euro für eine Krone bezahlen müssen – ein Monat Arbeit.
  • Ikea kann Julia schon “lange nicht mehr ertragen”

Sich vor dem Hintergrund als Unterschicht zu sehen verdient wirklich Respekt (”Ich versuche es bloß zu verstecken. Es ist mir peinlich!”). “Existenzminimum klingt anders” könnte man jetzt denken, klingt es doch eher nach normalem Studentenleben. Die Frage was kostenloses Studium eigentlich für ein Luxus ist (und vor allem was für eine Investition, die ihr (bei korrekter Anwendung) später viel Geld bescheren wird), hat sich Julia wohl noch nicht gestellt. Aber natürlich wettert sie gegen den Staat, beschwert sich über das abgestellte Bafög.

Wenn man eins der zentralen Probleme in Deutschland aufzeigen möchte legt man am Besten jenen Artikel vor. Man würde wohl als Feedback bekommen welch sensationelle Studienbedingungen Deutschland doch bietet, dass man in Deutschland als Student eine 32qm-Wohnung mit IKEA Möbeln beziehen kann und nebenbei noch abends ausgehen kann. Dass sich aber darüber jemand derart beschwert, das würde, außer in Deutschland, wohl niemand verstehen.

Entsprechend fielen natürlich auch die Kommentare im SPIEGEL Online Forum aus. Mein persönliches Highlight:

“In meiner Studienzeit hatten die meisten meiner Freunde garantiert keine Wohnung mit 32m2 für 300 Euro und zwei Wodka-Kirsch hätten wohl fasten in der nächsten Woche zur folge gehabt. Spaß hatten wir trotzdem jede Menge mit den richtigen Freunden müssen es keine Clubs mit 20 Euro Eintritt sein und Sonntags Brunchen in der WG macht jede menge Spaß und ist nicht teuer. Auch Urlaub kann man günstig machen, aber sicher ist dass dann kein Wellnessurlaub für gestresste Hausfrauen.
Also heul nicht, vielen andern gehts genauso und das is gut so. Wenn du ohne Geld mit deinen Freunden keinen Spaß hast bist du mit den falschen Leuten unterwegs.”

Oder noch besser:

“Ich glaube nicht, dass nur ein Staat auf dieser Welt eine Spassgarantie in seiner Verfassung stehen hat.”

Ich kann mich nur anschließen. Oder es formulieren wie man in meiner Heimat dazu sagen würde: “Ey, die Alte hat doch ne Schraube locker”. ;)



Intelligent Risk System

Posted by Stefan at 11:22 pm
Categories: Deutschland, Travel

My travel itenary is somehow automatically liked to some kind of emergency warning system, sending me information when I’m traveling to a country that might not be that safe or where “forces majeures” might be an severe risk for your own life. Those eMails can then look like:

“Alert: Storm Aftermath – Central United States”

or

“Alert: Avian Influenza – South Korea”.

What reached me today, however, made me smile a bit. ;)

“[name of my employee] has partnered with iJET Intelligent Risk Systems to provide you with real-time travel and security alerts. These alerts will help you stay advised of developing situations that could impact your safety while traveling.

Worldcue® Alert
Severity: Informational Alert

Communications/Technology:
Postal worker strike in Germany intensifies April 15, nationwide strikes possible soon. Expect delivery delays.

This alert affects Germany.

This alert began 15 Apr 2008 17:19 GMT and is scheduled to expire 30 Apr 2008 23:59 GMT.

  • Incident: Postal worker strike
  • Location: In select jurisdictions nationwide
  • Time Frame: Indefinite
  • Impact: Delays in delivery services by Deutsche Post

Current Situation and Forecast
The German trade union ver.di, which represents approximately 130,000 postal workers in Germany, of which most are employed by Deutsche Post, organized several warning strikes across Germany April 15. Localized, limited strikes have occurred periodically since late March, but the labor action April 15 was the first that affected postal services on a large scale. Several million letters will be delayed by at least one or two days between April 16-18. Ver.di is demanding a seven percent increase, which Deutsche Post opposes, and is using the current strikes to influence negotiations. If talks scheduled for April 18 fail, large-scale strikes at the end of April are likely.

Advice
Expect delivery delays with Deutsche Post nationwide. Consider the use of alternate delivery services.

Err, right. I’ll try not to forget my handgun when coming back to Germany as a means to ensure my own travel security. ;)

Interesting to note: Last December, after coming back to Germany, the system warned me about the subway in Frankfurt as being dangerous at night. Quite alarming, isn’t it?

(And just to make it clear: Those hints can be really helpful, there is no doubt about that. Just in this case, the linkage between “travel security” and “postal strike in Germany” was not that obvious to me ;)



Tagesschau Reloaded

Posted by Stefan at 10:38 pm
Categories: Deutschland, Fun

Wenn selbst der “Spiegel” in seiner Online-Ausgabe der neuen Frontfrau der Tagesschau, Judith Rakers, einen eigenen Artikel widmet (laut Printausgabe übrigens die Nachrichtensendung, in der der Tag in Deutschland “gewissermaßen notariell beglaubigt wird”) sollte dies eigentlich Anreiz genug sein, mal wieder einen Blick zu riskieren. ;)

Dazu übrigens auch ein amüsanter Auszug aus dem Spiegel 13/2008 zum Thema “Tagesschau”:

“Wenn Gniffke (ARD-aktuell-Chefredakteur, Anm.) Gästen aus den USA oder England die Tagesschau zeige, dann seien die zunächst immer sehr belustigt, dass es so etwas überhaupt noch gebe [...]. So ganz ohne Anchor, so deutsch-behördenhaft. Doch wenn er denen dann von den Marktanteilen seiner Info-Ikone erzählt, verstumme die Kritik schlagartig.”

Übrigens (passt zwar nur entfernt hier rein, aber egal): Ein iPod in Verbindung mit dem “heute Journal” Podcast, übrigens eine der besten Nachrichten-Sendungen des deutschen Fernsehns, quasi die “notarielle Beglaubigung mit mehr Herz”, ist eine der weltbesten Erfindungen seit langem. Effiziente Leerlauf-Zeit Nutzung par excellence. Der Berater in mir wäre stolz auf mich… ;)



Deutsche Gesetze

Posted by Stefan at 2:28 pm
Categories: Deutschland, Fun

Meine Auswahl ist vermutlich selbsterklärend. Weitere Zusendungen erwünscht. ;)

§ 328 II Nr. 3 StGB - Unerlaubter Umgang mit radioaktiven Stoffen und anderen gefährlichen Stoffen und Gütern

“(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

3. eine nukleare Explosion verursacht …”


§ 961 BGB
- Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen

Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt.Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde nicht besetzte Bienenwohnung eingezogen, so darf der Eigentümer des Schwarmes zum Zwecke des Einfangens die Wohnung öffnen und die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Er hat den entstehenden Schaden zu ersetzen.


Art. 21 – Verfassung des Landes Hessen

(1) Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen und beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.



Koennen Skandinavier doch nicht rechnen?

Posted by Viktor at 12:08 pm
Categories: Angry Talk, Deutschland, Economics and Business

Allmaehlich sollte ich ja mal was ueber Taipei und Taiwan schreiben, diese Farce um die Nokia-Werksschliessung in Bochum aber laesst mir einfach keine Ruhe.

So verstehe ich die Sachlage: Das Werk in Bochum ist nicht besonders profitabel, deshalb macht Nokia den Laden dicht. Sicherlich ein schwerer Schlag fuer die Arbeiter dort, aber eigentlich sollte es ja niemanden wundern, wenn Handys zusammenschrauben in Rumaenien und Ungarn billiger ist als im Ruhrgebiet.

Was steckt also dahinter, wenn Capital “interne Papiere” enthuellt, die hohe Gewinnmargen und heile Welt in Bochum ausweisen? Sicherlich eine gute Story, und jeder Redakteur haette sie veroeffentlicht. Aber warum findet sie so grosse Resonanz in den deutschen Medien?

Eigentlich gibt es nur zwei plausible Erklaerungen fuer diese “Enthuellungen”:

1. Nokia hat sich geirrt, und das Bochumer Werk ist eigentlich eine Wahnsinns-Gelddruckerei. Die ollen Skandinavier haben einfach ihre eigenen Zahlen nicht verstanden, und erst ein heldenhafter Schreiber von Capital weist ihnen den richtigen Weg. Naechste Woche tritt dann der Nokia-Vorstand schamhaft zurueck und verzichtet auf ihre Heuschreckengehaelter in Billiardenhoehe, um damit eine Lohnerhoehung von 80% (Verdi’s 8%-Forderung war gestern!) fuer die Helden der Arbeit in Bochum zu finanzieren. Guter Lohn fuer gute Arbeit!

2. Das Werk ist zwar irre profitabel, aber die Nokia-Bosse haben sich gegen deutsche Arbeiter verschworen und hielten die Zahlen daher geheim. Jetzt hat ein tapferer Investigativ-Journalist von Capital die Schweinerei aufgedeckt. Naechste Woche wird Capital dann herausfinden, dass Nokia mit fiesen angelsaesischen Hedgefonds und der CIA unter einer Decke steckt. In hoechster Not bilden daraufhin Verdi und die Linkspartei eine deutsche Notstandsregierung, verstaatlichen alles skandinavische Konzerneigentum und schreiben in die Praeambel des Grundgesetzes, dass Bochumer Arbeiter das Recht haben, fuer immer und ewig europaeische Handys zusammenzuschrauben. Amen.

Falls jemandem eine plausiblere Erklaerung hat, weshalb Nokia ein ach-so-hochprofitables Werk schliesst, waere ich ueberrascht. Natuerlich tut Nokia das auch gar nicht, und jeder gewissenhafter Redakteur konnte das sicherlich auch ohne Pressemitteilung des Konzerns vermuten.



Patt im Ypsiland

Posted by Stefan at 8:48 pm
Categories: Deutschland, Politics and World Affairs

Einen überaus ammüsanten Nachtrag aus der Zeit vom 29.01.2008 muss ich hier doch noch nachreichen:

Mit der Vision einer besseren Welt hatte Andrea Ypsilanti vor allem in der verunsicherten Mittelschicht Erfolg. Für einen Sieg hat es nicht ganz gereicht

[...]

Die 50-Jährige verkörpert etwas, was aufrechten Freidemokraten – und nicht nur denen – wie eine Wiederkehr der deutschen Sozialdemokratie der 70er-Jahre in einer, zugegeben, überaus charmanten Variante vorkommen muss: Sie verkörpert die Vorstellung von der Welt als Wunsch. Edel sei die Politik, hilfreich und gut. In Ypsilantis Welt wird kein Schüler zurückgelassen, lernen Begabte mit weniger Begabten länger gemeinsam – und profitieren beide davon. In Ypsilantis Welt verwandelt sich Atomstrom durch politischen Willen in erneuerbare Energie. In Ypsilantis Welt gibt es kostenlose Kindertagesstätten, kostenlose Lehrmittel, kostenloses Studium. In Ypsilantis Welt sorgen mehr Sozialarbeiter für eine bessere Kriminalitätsprävention, mehr Polizisten für sichere U-Bahnhöfe, mehr Lehrer für bessere Schüler, mehr Pfleger für die Alten und gute Politiker für Mindestlöhne. In Ypsilantis Welt bekommen Arbeiter höhere Bezüge, Rentner höhere Renten und Reiche höhere Steuern. Ypsilantis Welt ist ein Dorf, in dem es keine Globalisierung gibt, keine Unsicherheiten, keine Verängstigung – aber ganz viel Geld, das nur umverteilt werden muss. Und wenn Ypsilanti über Ypsilantis Welt spricht, ist es ein wenig so, als sprächen die Hobbits im “Herr der Ringe” von Auenland. Von einem Land und von einer Zeit, die umso unendlich heiler, so unendlich grüner, so unendlich sozial gerechter ist als dieses Mordor der hessischen Gegenwart. Ypsilantis Welt ist Ypsiland, der Ort, an dem sich die letzten 30 Jahre einfach ausblenden.

[...]

In Ypsilantis Welt ist eines nicht vorgesehen, was jetzt aber dummerweise passiert: Der Aufschwung gerät in Gefahr. Börsencrash, Immobilienkrise, drohende Rezession in den USA trüben auch in Deutschland die wirtschaftliche Stimmung ein, selbst in Hessen. Wie sich angesichts trüberer Wolken Ypsilantis gigantisches Ausgabenprogramm finanzieren lässt, ist allen unklar, vor allem Frau Ypsilanti selbst. Dass die Soziologin eine Ministerpräsidentin abgäbe, die Hessen in wirtschaftlich schwieriger Zeit auf Erfolgskurs halten könnte, trauen ihr – Wahlerfolg hin oder her – selbst viele Parteifreunde kaum zu. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Hessen nicht eines Tages das Gleiche feststellen müssen wie die Hobbits, als sie – nicht im Film, aber in J.R.R. Tolkiens Buch – endlich nach Hause kamen: Auenland ist abgebrannt.”



Mal wieder was zum Klassiker

Posted by Stefan at 10:13 pm
Categories: Deutschland, Economics and Business

Neulich im Spiegel: Mal wieder ein sehr guter Artikel zum Alltime-Klassiker “Globalisierung”.

http://www.spiegel.de/…

Deutschland in der Sozial-Falle

Von Wolfgang Kaden

Mindestlohn-Streit, Nokia-Eklat, Protest gegen hohe Managergehälter: Die Deutschen handeln, als sei die Globalisierung nur ein böser Traum. Volk und Politiker sind vereint im Umverteilungsrausch – das bittere Ende ist gewiss.

[...]

“Gerechter Lohn für gute Arbeit”, fordern Gewerkschaften und regierende Sozialdemokraten, in wieder wunderbarer Geschlossenheit. Hört sich gut an, gibt im Wahlkampf auch immer Beifall. Nur: Was ist gerecht? Ist es gerecht, wenn ein Chinese einen Euro in der Stunde verdient, ein Osteuropäer drei Euro, ein Deutscher 18 Euro? In einer Wettbewerbswirtschaft richtet sich die Lohnfindung seit jeher nicht an schwammigen Gerechtigkeitsvorstellungen aus. Sondern an dem, was Arbeit leistet, an der Produktivität eben.

Horst Siebert, der Kieler Ökonom, hat das mal ganz schlicht formuliert: “Ein Unternehmen wird dann einen zusätzlichen Arbeitnehmer einstellen, wenn er mehr für das Unternehmen einbringt, als er kostet.” Jeder Versuch, diese Logik der sogenannten Grenzproduktivität auszuhebeln, wird wieder mehr Arbeitslosigkeit produzieren.

Wo aber sind die Autoritäten, die solche Wahrheiten vermitteln? Nirgendwo steht einer auf, der es wagte, die Deutschen aus ihren gefährlichen Träumereien zu reißen, von unserem bemühten Bundespräsidenten Horst Köhler vielleicht abgesehen.

[...]



Telekom rockt!

Posted by Stefan at 12:39 am
Categories: Deutschland, Fun

Von wegen “langweiliger Staatskonzern” und so. In Düsseldorf hat bereits einer der neuen Konzeptstores der Telekom eröffnet…

t-punk.jpg