Eine der originellsten deutschen Betrugsfälle (neben der „Peanuts“-Schneider-Affäre natürlich), war mit Sicherheit die Betrugsserie um den Hochstapler Jürgen Harksen. Ein Glück, dass “Die Zeit” dies auf äußerst ammüsante Weise aufbereitet hat:
http://www.zeit.de/2003/17/Doppelseite_2fHarksen
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Spielen, das tun Heiratsschwindler auch. »Ich bin kein Heiratsschwindler«, sagt Harksen verschnupft. »Ich spiele nicht mit der Liebe und den Herzen von Menschen. Ich spielte mit ihren Millionen.« Und die Freundschaften mit den Anlegern? »Was sind das für Freundschaften?«, fragt Harksen den Vollzugsbeamten zurück. »Für jede Million, die sie mir gaben, wollten sie 13 Millionen wiederhaben.« Was trieb Sie an, Herr Harksen? Ein uneingestandenes Bedürfnis nach Rache? »Vielleicht«, sagt Harksen. »Diese geizigen Multimillionäre sehen auf alle herab, die weniger haben als sie. Die sind in ihren Augen bloß Gesocks. Sie sollten mal hören, wie Reiche über Ärmere reden!« Aber warum warfen diese Leute Ihnen ihr Geld nach? »Weil sie selbst in permanenter Angst vor der Verarmung leben und deshalb immer mehr wollen«, sagt Harksen. »Der Reiche steht morgens auf und hat Angst, dass er sein tolles Haus, seine Mercedes und Flugzeuge, auf die er so schrecklich stolz ist, verlieren könnte. Die Vorstellung abzurutschen ist ihm unerträglich. Und nur vor einem graut ihm noch mehr, nämlich dass sein Nachbar, der genauso reich ist, merken könnte, dass er sich irgendwas nicht mehr leisten kann.« Und Sie selbst, wovon wollen Sie leben, wenn Sie hier rauskommen? »Ich schreibe ein Buch. Titel: Darf’s noch etwas mehr sein, Herr Harksen?« Harksen lacht, und jetzt muss auch der Vollzugsbeamte lachen.
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